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Verfasst: 19. Februar 2007 20:24 
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19. Februar 2007

Mit dem drohenden Ende der Heroinfreigabe für Schwerstabhängige kommt auch Schwung in die Debatte über das Verbot von Cannabis. Die Juristin Nicole Krumdiek hat sich Gesetzeslage angesehen und kommt zu dem Ergebnis: Ein Verbot ist rechtlich nicht länger haltbar.

Haben Sie schon einmal gekifft, Frau Krumdiek?

Nicole Krumdiek grinst

Wäre ja auch unklug, das öffentlich zu sagen.

Darum geht es nicht. Mich interessiert die Frage, ob das Verbot von Cannabis aus juristischer Sicht noch gerechtfertigt ist.

Und?

Nein!

Warum?

Der Gesetzgeber braucht einen legitimen Zweck, um etwas unter Strafe zu stellen. In diesem Falle ist das vor allem die Volksgesundheit. Nationale und internationale Studien kommen aber übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass das Gefährdungspotenzial gering ist. Cannabis ist eine relativ harmlose Substanz mit berechenbarem Risikopotenzial. Natürlich möchte man sich keinen Piloten vorstellen, der vor dem Abflug erstmal ein Tütchen raucht. Aber Cannabis hat zur Folge, dass man sich eher unterschätzt, vorsichtig ist. Bei Alkohol ist das Gegenteil der Fall.

Gibt es ein Recht auf Rausch, wie es einst Richter Wolfgang Neskovic im Landgericht Lübeck proklamierte?

Ich plädiere darauf, dass man den Menschen Eigenverantwortlichkeit überträgt. Wenn etwas nicht groß gefährlich ist, dann besteht ja für den Staat auch nicht die Notwendigkeit, das strafrechtlich zu verbieten. Das Strafrecht ist immer nur das letzte Mittel, um ein Verhalten zu sanktionieren. Und die Selbstschädigung ist in unserem Rechtsystem grundsätzlich straffrei. Es verbietet ja auch keiner, jeden Tag Fast Food zu essen oder Bungee-Jumping zu machen. Das muss dann auch für den Umgang mit Cannabis gelten. Die bestehenden Gefahren sind so hinreichend kalkulierbar, dass ein Verbot nicht mehr gerechtfertigt ist.

Aber eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht hätte vermutlich keinen Erfolg.

Das Bundesverfassungsgericht “entzieht” sich der inhaltlichen Entscheidung. Die ist auch eine politische.

Konservative halten Haschisch und Marihuana immer noch für eine Einstiegsdroge.

Es kursiert ja auch immer noch das Märchen, dass Spinat viel Eisen enthält. Das sind Vorurteile, die sich halten. Wer das glauben will, glaubt das auch. Aber national wie international sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse einhellig: Cannabis fungiert nicht als Einstiegsdroge. Es ist höchstens die erste illegale Droge. Voran geht immer noch der Konsum von Zigaretten und Alkohol.

Dann müsste man also konsequenterweise auch den Alkohol verbieten?

Nein, logisch wäre es, auch Cannabis freizugeben.

Und was ist mit den harten Drogen?

Die haben ein ganz anderes Gefährungspotenzial. Aber ich bin auch für eine eingeschränkte Freigabe von Heroin und Kokain. Nicht damit es jeder im Laden kaufen kann. Aber die Verschreibung auf Rezept sollte, so wie auch in England, möglich sein. Dort wird Heroin beispielsweise in der Schmerztherapie eingesetzt, oder bei Schwerstabhängigen. Hierzulande substituiert man sie lieber mit Methadon - obwohl dessen Suchtpotenzial um einiges größer ist als das von Heroin. Auch Cannabis könnte in der Medizin eingesetzt werden. Es stellt sich aber die Frage, inwieweit die Pharmaindustrie an einem so billigen Rohstoff wie Cannabis überhaupt interessiert ist.

Wie sollte die Freigabe von Cannabis organisiert sein?

Vorstellbar sind beispielsweise Cannabis-Cafés, wie man sie aus den Niederlanden kennt, unter strenger staatlicher Aufsicht und Kontrolle. Das muss auch so sein, um die Vorgaben der EU zu erfüllen. Der private Handel aber muss verboten bleiben, auch müsste gewährleistet sein, dass das Cannabis nicht über die Grenze geht.

Sind die Niederlande also ein Vorbild?

Grundsätzlich schon. Aber sie widersprechen sich insofern, also sie den Verkauf tolerieren, den Ankauf aber kriminalisieren. Dies geschieht allerdings aufgrund von UN-Vertragsverpflichtungen. Vorbildlich hingegen ist, dass in den Cannabis-Cafés kein Alkohol ausgeschenkt wird, dass nur geringe Mengen abgegeben werden, dass Jugendliche dort keinen Zutritt haben. Das könnte Deutschland übernehmen.

Anfang des 20. Jahrhunderts war es bei uns noch üblich, dass die Bauern Cannabis rauchten und das “Knaster” nannten.

Oder “starken Tobak”. Und es hat keiner was dagegen gesagt. Aber damals hatte das Cannabis einen recht niedrigen Gehalt an berauschendem THC. Aber die Substanz wirkt ja nicht anders, weil sie stärker dosiert ist. Das ist wie mit starkem Kaffee und mildem Kaffee.

Aber für harte Drogen kommt eine Freigabe rechtlich nicht in Frage ?

Ich kann da nur meine persönliche Meinung äußern: Ich halte die kontrollierte Abgabe von Heroin oder Kokain für sinnvoll, weil damit die Beschaffungskriminalität reduziert, der Schwarzmarkt und auch die organisierte Kriminalität bekämpft werden kann.

Und gesünder wäre es auch. Das Heroin müsste nicht mehr gestreckt werden.

Ja. Reines Heroin würde kaum körperliche Verfallserscheinungen nach sich ziehen. Heroin war ja ursprünglich ein Medikamentenzusatz von BASF.

Woher kommt die Angst vor der Freigabe von Cannabis?

Meiner Meinung nach ist das eine jahrelang gepflegte staatliche Panikmache. Natürlich muss man Angst haben, dass ein Kind schwerstdrogenabhängig wird. Aber bei Cannabis ist die Angst geschürt, auch durch gezielte Verschleierung in den Medien, etwa im “Spiegel”. Dort wurden bewusst falsche Sachen wieder gegeben, Studien falsch zitiert. In der 4000-jährigen Geschichte von Cannabis ist nicht ein einziger Todesfall auf Cannabis zurückzuführen, auch wenn oft von “Drogentoten” die Rede ist. Das Cannabisverbot kommt ja aus den USA. Dort ist es vor allem aufgrund moralischer und rassistischer Einstellungen entstanden. Deutschland hat dem seinerzeit nur zugestimmt, um selbst weiter Opiumhandel betreiben zu können.

Der Konsum an sich ist ja straffrei, nur Erwerb, Besitz und Anbau sind illegal.

Die einzige Möglichkeit straffrei Cannabis zu konsumieren ist die: An einem Zaun findet sich ein Joint, man findet ihn - und ohne ihn zu berühren zieht man daran, geht weiter, nimmt den Joint aber nicht mit.

Dabei könnte man viel Geld sparen, wenn man Cannabis freigeben würde.

Ja. Die Strafverfolgungskosten würden entfallen, dazu viel Bürokratie. In Cannabis-Cafés könnten Jobs geschaffen werden, und Cannabis könnte besteuert werden. Es gibt Schätzungen, denen zufolge der Staat nach einer Freigabe eine Milliarde Euro jährlich einnehmen würde.

Quelle/Gesamter Text: www.stern.de


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Verfasst: 8. November 2007 01:02 
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Weg mit der gesunden Pausen-Jause, her mit einem illegalen Joint: Zu diesem Schluss könnte man nach dem Lesen einer Studie von Schweizer Forschern kommen. In der breit angelegten Untersuchung fanden die Wissenschaftler heraus, dass jugendliche Kiffer in der Schule mit weniger Aufwand gleich gut oder sogar besser abschneiden als ihre nicht Cannabis konsumierenden Kollegen.

Insgesamt 5.263 Schüler im Alter zwischen 16 und 20 Jahren haben Forscher des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin an der Universität Lausanne untersucht. Und sie haben Erstaunliches dabei herausgefunden. Unter anderem, dass Schüler, die nur Marihuana konsumieren, eher Sport treiben, dass sie beliebter bei den Mitschülern sind und eine sozialere Ader hätten. Auch bei den Noten stellten die Forscher keine Verschlechterung fest, obwohl die Kiffer laut Untersuchung eher dazu neigten den Unterricht zu schwänzen.

Interessanterweise schnitten jene Schüler, die neben dem Kiffen auch noch regelmäßig Zigaretten rauchten, in der Studie aber schlechter ab. Sie konsumieren – so die Forscher - mehr Cannabis und auch mehr Alkohol. Für all jene Eltern, denen der Nachwuchs diesen Artikel unter die Nase reibt: Auch wenn das Kiffen beliebt ist und - so die Studie - beliebt macht, illegal ist es hierzulande trotzdem. Und es erhöht einer anderen Untersuchung zufolge auch das Psychose-Risiko

(Quelle: http://www.krone.at/index.php?http%3A// ... 006/hxcms/

Schweizer Studie belegt: Kiffen macht schlau

4. Dezember 2007

In einer breit angelegten Untersuchung fanden Schweizer Wissenschaftler heraus, dass jugendliche Kiffer in der Schule mit
weniger Aufwand gleich gut oder sogar besser abschneiden als ihre abstinenten Schulkameraden.
5.263 Schüler im Alter zwischen 16 und 20 Jahren standen den Mitarbeitern des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin an
der Universität Lausanne als Probanden zur Verfügung. Dabei kam Erstaunliches heraus:
Schüler, die nur Marihuana konsumieren, treiben eher Sport, sie sind beliebter bei den Mitschülern und legen ein ausgeprägteres
Sozialverhalten an den Tag. Auch bei den Noten stellten die Forscher keine Verschlechterung fest, obwohl die
HanfkonsumentInnen den Unterricht häufiger schwänzten als nicht kiffende Mitschüler.
Schüler, die neben Hanf auch noch regelmäßig Zigaretten rauchten, schnitten in der Studie schlecht ab. Ihr Konsumverhalten
war nicht nur bei Nikotin, sondern auch bei Alkohol und Cannabis, eher unkontrolliert als bei den „Nur Cannabis KonsumentInnen“.

Quelle/Gesamter Text: hanfjournal.de
- http://hanfjournal.de/hajo-website/arti ... breit4.php


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Verfasst: 22. Dezember 2007 10:15 
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Cannabis/Hanf: Experten fordern Legalisierung, Prohibition teuer und unwirksam

20. Dezember 2007

In der Diskussion um eine Legalisierung von Haschisch und Marihuana wird von den Verfechtern des Hanfverbots oft so getan, als würden sich nur cannabissüchtige Einzelgänger für eine Freigabe des Rauschmittels einsetzen.
Dabei äußern viele Politiker, Ärzte, Wissenschaftler, Polizisten oder Justizbeamte Kritik an der Cannabisprohibition. Ein Polizeichef in Wales forderte jüngst sogar die Legalisierung aller Drogen!

In aller Welt wächst der Widerstand gegen das Verbot der Nutzung von Cannabis als Rohstoff, Medizin und Genussmittel. Längst sind die Fürsprecher in allen Teilen von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zu finden. Gerade in den letzten Monaten haben sich immer wieder hochrangige Experten zur Legalisierung von Cannabis bekannt und die Ergebnisse des inzwischen fast 50 Jahre andauernden “Kriegs gegen Drogen” kritisiert.

Krieg gegen Cannabis kostet USA 41 Milliarden im Jahr

Danach kostet die Verfolgung von Cannabiskonsumenten allein in den USA mehr als 41 Milliarden Dollar pro Jahr, ohne dass eine Abnahme des Konsums erreicht worden wäre. Zu diesem Ergebnis kam Jon Gettman bei der Auswertung der amtlichen Zahlen über Sicherstellungen, Preisen und Verhaftungen im Zusammenhang mit Cannabis. Die jährlich rund 800.000 Cannabisverfahren kosten die USA bereits mehr als 10 Milliarden Dollar. Dazu kommen gut 30 Milliarden Dollar entgangene Steuereinnahmen.
Einen nachweisbaren Effekt auf den Markt haben die immensen Ausgaben der US-Regierung jedoch nicht. Mit rund 14.000 Tonnen ist der illegale Cannabismarkt sogar etwas größer, als bei Inkrafttreten des Verbots 1937.

Legalisierte man Cannabis, könnte es mit geschätzten 113 Milliarden Dollar die umsatzstärkste Feldfrucht der USA sein und würde zehntausende Arbeitsplätze schaffen.

530 Wirtschaftswissenschaftler, darunter drei Nobelpreisträger forderten deshalb in einem offenen Brief an Präsident Bush, eine “offene und ehrliche Debatte über die Marihuana-Prohibition” zu führen. Auch der US-Präsidentschaftskandidat Ronald Ernest “Ron” Paul fordert im Gegensatz zur Mehrheit seiner Partei, den Republikanern unter George W. Bush, die Legalisierung von Marihuana und als ersten Schritt, seine Freigabe als Medizin.

Der Bürgermeister von San Francisco Gavin Newsom formulierte es Anfang Dezember noch etwas drastischer. Nach seiner Überzeugung ist die Drogenpolitik der USA sogar kontraproduktiv. Als er bei einer Pressekonferenz danach gefragt wurde, sagte er:

“Wenn Sie ernsthaft etwas erreichen wollen, wenn Sie die Kriminalitätsrate dieser Stadt über Nacht um 70 Prozent senken wollen, dann beenden Sie den ‘Krieg gegen Drogen’. Sie wollen ernsthaft etwas tun, wirklich ernsthaft aktiv werden gegen Kriminalität und Gewalt? Dann beenden Sie den ‘Krieg gegen Drogen’!
Es ist lächerlich anzunehmen, dass sich irgendjemand in der heutigen Situation ins Gesicht sehen kann und dabei ohne zu Lachen sagt ‘Oh ja, wir sind wirklich dabei diesen Krieg zu gewinnen’.”

Sein Polizeichef stimmte ihm zu und erklärte, dass zwischen 60 Prozent und 75 Prozent der Insassen in den städtischen Gefängnissen wegen Drogendelikten einsitzen.

Polizeichef fordert Entkriminalisierung aller Drogen

Auch in Europa werden mehr und mehr “seriöse” Stimmen laut, die eine Wende in der Drogenpolitik fordern. Richard Brunstrom, Chef der Polizei von Nord-Wales, fordert sogar eine Freigabe aller Drogen. In einem Bericht unter dem Titel “Drugs Policy - A radical look ahead?” kritisierte er die neue Drogenstrategie der Regierung mit den Worten:

“Wenn Großbritannien wirklich eine radikal auf Fakten basierende Strategie möchte, dann muss die gegenwärtige ‘Krieg gegen Drogen’-Politik aufgegeben werden, muss das Drogenmissbrauchsgesetz von 1971 durch ein neues Substanzmissbrauchsgesetz ersetzt werden, welches auf die Legalisierung sowie vorsichtige und gleichbleibende Regulierung aller missbrauchten Substanzen aufbaut. Dieses neue Gesetz muss als Kern die Philosophie der objektiv festgestellten Schädlichkeitsbewertung und der Schadensminimierung haben.”

Brunstrom machte mit dieser Aussage nicht nur international Schlagzeilen, sondern konnte auch bei seinen Kollegen Zustimmung ernten. So beschloss die Polizeibehörde von Nord-Wales, dem Vorschlag Brunstroms zu folgen und sich für eine Überarbeitung des “Misuse of Drugs Act” von 1971 einzusetzen. In seiner neuen Form soll das Gesetz auf eine “Schadenshierarchie” aufbauen und auch Nikotin und Alkohol enthalten.

Ein ehemaliger Gefängnisdirektor, Lord David Ramsbotham unterstützt die Forderungen Brunstroms ebenfalls. Er sagte der Zeitung Indypendent:

“Die derzeitige Politik ist in jeder Hinsicht gescheitert. Sehen Sie sich die Alkoholprohibition in den Vereinigten Staaten an - sie ist ebenfalls gescheitert. Die Vorschläge des Polizeichefs müssen ernst genommen werden!”

Forscher kritisieren Diskussion über Gefahren von Cannabis

Anfang November veröffentlichten Louisa Degenhardt vom National Drug and Alcohol Research Centre an der University of New South Wales in Sydney, Wayne Hall von der University of Queensland und weitere Australische Forscher, die sich mit Cannabis beschäftigen, einen offenen Brief, in dem sie einen Leitartikel der Zeitschrift Lancet kritisierten. Dieser hatte die 2004 in Großbritannien erfolgte Neueinstufung von Cannabis in die Klasse der Drogen mit niedriger Polizeipriorität unter Hinweis auf mögliche Psychoserisiken diskutiert.
Die Forscher wehrten sich insbesondere gegen die im Artikel geäußerte Annahme, dass strengere Strafen den Konsum verringern würden.

“Eine bessere Erforschung des Nutzens (oder seines Fehlens) verstärkter Strafen auf Konsum und gesundheitliche Folgen ist notwendig. Die britische Gesellschaft wäre schlecht beraten, ginge sie davon aus, dass die durch den Cannabiskonsum verursachten Gesundheitsprobleme durch einem Hieb mit der gesetzlichen Keule gelöst werden könnten.”

Die kritischen Forscher befürchten, dass durch die einseitige Diskussion über die objektiv extrem seltene Verknüpfung von Cannabis und Psychosen, andere weit verbreitete Gesundheitsrisiken in den Hintergrund gedrängt werden.

Schweizer Suchexperten für Legalisierung

Ebenfalls für eine Legalisierung aller Drogen sprachen sich Suchtexperten aus der Schweiz aus. In einer gemeinsamen Erklärung des Fachverbandes Sucht, der Schweizerischen Gesellschaft für Suchtmedizin (SSAM) und des Groupement Romand d`Etudes des Addictions (GREA) forderten sie die Regelung des Zugangs zu Rauschmitteln entsprechend ihrer Gefährlichkeit. Dabei seien “die grundsätzliche Mündigkeit der Bürgerinnen und Bürger ebenso zu respektieren wie die gesellschaftlichen Bedürfnisse nach Sicherheit und Ordnung”.

Die bisherige Aufteilung in legale und verbotene Drogen ist nach Meinung der Suchtverbände nicht geeignet, der Vielzahl mehr oder weniger riskanter Konsumverhalten gerecht zu werden. Die gegenwärtige Politik gehe daher an der realen gesellschaftlichen Suchtproblematik vorbei.

Der prominente Schweizer Suchtexperte Primar Reinhard Haller schloss sich dieser Forderung an und sprach sich für eine Regelung aus, bei der Cannabiskonsum wie Falschparken geahndet würde. Es sei nicht mehr zeitgemäß, die Volksdroge Cannabis zu kriminalisieren, aber auch eine Verharmlosung der Droge findet Haller unangemessen…

Quelle/Gesamter Text: hanfverband.de


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 Betreff des Beitrags: Hanf blockiert Krebs
Verfasst: 22. Dezember 2007 10:17 
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Der Cannabiswirkstoff CBD kann die Ausbreitung von Metastasen verhindern, darauf weisen neue Studien hin. Doch die Wirkung muss noch am Patienten getestet werden.
VON MATHIAS BRÖCKERS


BERLIN taz Forscher des "California Pacific Medical Center Research Institute" haben gezeigt, dass Cannabidiol (CBD), ein Wirkstoff der Hanfpflanze, die Ausbreitung von Krebszellen im Körper stoppen kann. Damit wäre eine ungiftige Alternative zur üblichen Chemotherapie gefunden.

Cannabidiol (CBD) ist einer der Stoffe, die von der Hanfpflanze produziert werden und vor allem in ihren Blüten und Blättern vorkommen. Anders als Tetra-Hydro-Cannabinol (THC) hat CBD allerdings keine psychoaktive Wirkung, es wirkt, indem es die Aktivität eines "Id-1" genannten Gens blockiert, von dem angenommen wird, dass es für die aggressive Ausbreitung von Krebszellen über den ursprünglichen Tumor hinaus verantwortlich ist.

Schon in der Vergangenheit wurde entdeckt, dass CBD Metastasen aggressiver Hirntumore aufhalten kann. Die neueste Studie hat nun gezeigt, dass Cannabidiol denselben Effekt auch bei Brustkrebs hat. "Behandlungen wie die Chemotherapie können effektiv sein, aber auch extrem toxisch und unangenehm für die Patienten", sagte Sean MacAllister, der leitende Wissenschaftler der Studie, gegenüber BBC. "Dieser Stoff macht Hoffnung auf ein nicht-toxische Therapie, die dieselben Ergebnisse ohne die üblen Nebenwirkungen haben könnte."

Zunächst müssem freilich die klinische Versuche diese im Labor gewonnenen Ergebnisse bestätigen. Für den psychoaktiven Cousin von CBD, Tetra-Hydro-Cannabinol (THC), ist das bereits geschehen. Unter anderem zur Bekämpfung der Übelkeit bei der Chemotherapie ist THC (unter dem Namen "Dronabinol") auch in Deutschland wieder ein verschreibungsfähiges Medikament geworden. Wenn mit CBD nun ein weiterer Hanfwirkstoff die brutale Chemobehandlung nicht nur mildern, sondern gar ersetzen könnte, wäre das ein großers Fortschritt in der Krebsbehandlung.

Dann ist es auch höchste Zeit, Hanf als Heilpflanze zu rehabilitieren. Denn immer noch ist es hierzulande selbst Schwerkranken verboten, ihre Hanf-Medizin im eigenen Garten anzupflanzen, anstatt das teure "Dronabinol" kaufen zu müssen.

Anders als bei der Bekämpfung von Übelkeit, Appetitlosigkeit oder Krämpfen mit THC, das auch durch das Rauchen von Marijuana oder Haschisch zugeführt werden kann, weisen die Forscher des "California Pacific Medical Center Research Institute" darauf hin, dass CBD beim Kiffen nur in sehr geringe Mengen aufgenommen wird. Tatsächlich wirken diese beiden Canninoide was die Rauschwirkung des Hanfs betrifft geradezu wie Antagonisten - ein hoher CBD-Gehalt in den Hanfblüten setzt die Wirksamkeit von THC deutlich herab.

Sehr viele Faserhanfsorten, die auf niedrige THC-Gehalte gezüchtet wurden, weisen dagegen hohe CBD-Anteile auf. Wenn sich die positiven Ergebnisse mit CBD bei der Blockade von Krebszellen bestätigen, wäre damit nicht nur eine ungiftige Krebstherapie gefunden, sondern auch eine sehr preiswerte: Hanf wächst überall und das Patent liegt bei Mutter Natur.

(Quelle: - www.taz.de - 20.12.2007)


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Verfasst: 22. Februar 2008 01:15 
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21. Februar 2008

Ende Januar führte die Polizei eine spektakuläre Aktion gegen den illegalen Anbau von Cannabis durch. Ziel der mehr als 1600 beteiligten Beamten waren 214 Kunden eines Aachener Growshops. Die Staatsanwaltschaft vermutete bei den Durchsuchungsopfern “professionelle Cannabisplantagen” und sprach von einem “bundesweiten Schlag gegen die Rauschgiftkriminalität”.

In Wahrheit war der 28.01.2008 ein guter Tag für die Mafia! Statt die “Organisierte Kriminalität” zu bekämpfen und Profi-Cannabis-Produzenten zu erwischen, trafen die Polizisten nämlich fast nur auf “kleine Fische”, die Cannabis lediglich für den eigenen Bedarf anbauten und sich jetzt wieder auf dem Schwarzmarkt versorgen müssen. Nun fordert der DHV in einer Protestaktion “Homegrower entkriminalisieren - Schwarzmarkt schwächen”.

Immer wieder betont die Politik, dass sich der polizeiliche Kampf gegen Cannabis vor allem gegen “professionelle Drogenproduzenten und Großhändler” richte. Die Realität sieht freilich anders aus. Die deutliche Mehrheit der Strafverfahren richtet sich gegen einfache Konsumenten, die Cannabis für den Eigenkonsum erwerben oder besitzen. Dabei hatte das Bundesverfassungsgericht bereits 1994 festgestellt:
Der Sitz des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe Sitz des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe
Gelegentlicher Eigenverbrauch + keine Fremdgefährdung = keine Strafverfolgung

“Soweit die Strafvorschriften des Betäubungsmittelgesetzes Verhaltensweisen mit Strafe bedrohen, die ausschließlich den gelegentlichen Eigenverbrauch geringer Mengen von Cannabisprodukten vorbereiten und nicht mit einer Fremdgefährdung verbunden sind, verstoßen sie deshalb nicht gegen das Übermaßverbot, weil der Gesetzgeber es den Strafverfolgungsorganen ermöglicht, durch das Absehen von Strafe (vgl. § 29 Abs. 5 BtMG) oder Strafverfolgung (vgl. §§ 153 ff. StPO, § 31a BtMG) einem geringen individuellen Unrechts- und Schuldgehalt der Tat Rechnung zu tragen. In diesen Fällen werden die Strafverfolgungsorgane nach dem Übermaßverbot von der Verfolgung der in § 31a BtMG bezeichneten Straftaten grundsätzlich abzusehen haben.”
(aus BVerfG 1994-03-09 Zur Strafbarkeit des Cannabiskonsums: “Kein Recht auf Rausch”)

Als Reaktion auf dieses Urteil waren die Bundesländer gezwungen, eine so genannte “Geringe Menge” zu definieren, bis zu der der Besitz von Cannabis im Normalfall nicht zu einer Gerichtsverhandlung führt.
Wer Cannabis anbaut, profitiert bisher jedoch nur in den seltensten Fällen von der Strafverschonung nach §31a BtMG. Dies soll sich nun ändern, wenn es nach dem Willen des Deutschen Hanf Verbandes geht.
DHV fordert Anwendung des §31a für Eigenanbau

Der DHV fordert die Bundesjustizministerin Brigitte Zypries auf, den Anbau von Cannabis zum Eigenverbrauch nicht mehr zu bestrafen! Er verweist darauf, dass Homegrower durch ihre Eigenversorgung dem Schwarzmarkt Geld entzögen und so kriminelle Strukturen effektiver bekämpfen als dies die Polizei könne.
Außerdem regieren viele der illegalen Kleingärtner mit der Selbstversorgung auf das gehäufte Auftauchen von Schwarzmarkt-Cannabis, dass mit gefährlichen Streckmitteln verunreinigt ist. Die Profitgier mancher wirklich “krimineller” Cannabishändler geht nämlich sogar so weit, dass sie bewusst die Gesundheit ihrer Kunden schädigen und deren Leben gefährden. Zuletzt sah sich sogar die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing gezwungen, vor dem Konsum von Cannabis aus dem Raum Leipzig zu warnen, nachdem es dort in gut 100 Fällen zu Bleivergiftungen durch verunreinigtes Marihuana gekommen war.

Wenn Konsumenten ihren Eigenbedarf selbst anbauen, suchen sie nicht das “große Geschäft” sondern Sicherheit vor Streckmitteln und schwankender Qualität! Der Betrieb einer Cannabiskleinstplantage - und sei ihre Technik noch so professionell - ist nichts anderes als eine Verhaltensweise, “die ausschließlich den gelegentlichen Eigenverbrauch geringer Mengen von Cannabisprodukten vorbereitet und nicht mit einer Fremdgefährdung verbunden” ist. Statt Selbstversorger wie Schwerverbrecher zu behandeln, ihnen Verkaufsabsichten zu unterstellen und Gefängnisstrafen zu verhängen, täte die Justizministerin gut daran, dem “geringen individuellen Unrechts- und Schuldgehalt der Tat Rechnung zu tragen”.

Mit einem Protestmailer unter dem Titel “Homegrower entkriminalisieren - Schwarzmarkt schwächen” wird Zypries aufgefordert, den Eigenanbaus von Cannabis zu entkriminalisieren und “nach dem Übermaßverbot von der Verfolgung solcher Straftaten grundsätzlich abzusehen”!

Quelle/Gesamter Text: hanfverband.de


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Verfasst: 22. Februar 2008 21:37 
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Basel. baz. Ein deutliches Votum für die Cannabis-Liberalisierung: In der Kontrovers-Umfrage von baz.ch sprachen sich 63 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer dafür aus, das Kiffen ab 18 Jahren straffrei sein soll.

Der Zürcher Präventivmediziner und FDP-Ständerat Felix Gutzwiller regte mit einer Parlamentarischen Initiative an, das Kiffen ab 18 straffrei zu erklären. Derweil behandelt das Parlament eine Volksinitiative, die eine kontrollierte Liberalisierung vorsieht. Der Nationalrat hat diese im Dezember mit 106 zu 70 Stimmen zur Ablehnung empfohlen. Die Vorlage geht an den Ständerat.

«Für eine vernünftige Hanf-Politik mit wirksamem Jugendschutz» nennt sich das Volksbegehren. «Die Entkriminalisierung des Hanf-Konsums, eine Regulierung des Anbaus und Handels und ein wirksamer Jugendschutz», so fasste der Baselbieter SP-Nationalrat Claude Janiak die Forderungen zusammen.

(Quelle: 22.2.2008 - baz.ch)


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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: 3. März 2008 09:05 
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Hallo und guten Tag,

ich bin ein "Neuzugang" und freue mich, hier bei euch gelandet zu sein. Interessante Themen und eine insgesamt wohltuende Energie umfängt einen hier. Danke!

Es ist leider so und in Deutschland besonders ausgeprägt, dass alles, was gesund ist, nicht nur von der offiziellen Presse totgeschwiegen wird, sondern massiv durch Gesetze verboten wird. Sei es Stevia, Germanium, wirksame Orthomolekularmedizin...........oder die sehr vielseitig einsetzbare Pflanze Hanf, die von Mutter Natur mit so vielen Gaben beschenkt wurde.

Vielleicht sollte man auch auf diesem Gebiet seine Gedanken dafür einsetzen, dass man sich vorstellt, wie es wäre, wenn all das schon Wirklichkeit wäre, was man geändert haben möchte auf Erden, damit sich jeder optimal entwickeln und seine Fähigkeiten zum Wohle aller einsetzen kann??


Namasté

Liebe Grüsse - izar

_________________
Ein Tropfen Liebe ist mehr,
als ein Ozean Verstand


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Verfasst: 11. März 2008 02:11 
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11. März 2008

Die wissenschaftliche Literatur hat uns ein Osternest mit Überraschungseiern beschert. Alkohol soll gefährlicher als Ecstasy und LSD sein! Dies behauptet David Nutt, Psychopharmakologe der Universität Bristol, in der Ausgabe vom April 2007 von «Lancet». Unter seiner Obhut haben sich Experten getroffen, um missbrauchte Drogen in eine rationale Skala einzuteilen. Bisher gab es die Klassen A bis C. Diese Stoffklassen waren Richtlinien, um Drogenkonsumenten ins Gefängnis zu bringen. Niemand kennt die Klassifizierung, trotzdem wissen wir, von welchen Stoffen man besser die Finger lässt.

Professor Nutt und seine Experten wollten nicht nur illegale Drogen in die neue Skala einordnen, sondern auch legale, wie Alkohol und Tabak. An erster Stelle der neuen Top-zwanzig-Drogenliste landete, der Gefährlichkeit nach, Heroin. Auf Platz zwei dann Kokain. Das ist keine Überraschung. Die weiteren Placierungen sind allerdings bemerkenswert. Zuerst aber sei zusammengefasst, worum es den Experten ging. Die Gefährlichkeit der Drogen wurde aufgrund von drei Faktoren beurteilt: erstens nach der Grösse des Schadens, der dem Drogenkonsumenten zugefügt wird. Zweitens nach der Grösse der Tendenz, eine Abhängigkeit zu entwickeln. Und drittens nach der Wirkung auf die betroffenen Familien, auf ihr Umfeld oder die Gesellschaft. Manch einer wird jetzt ein schlechtes Gewissen kriegen, wenn er erfährt, dass an dritter Stelle Barbiturat, ein bewährtes Schlafmittel, ist. An vierter Position ist Strassenmethadon, mit der Betonung auf Strasse, um die offizielle Methadonabgabe von moralischem Skrupel zu befreien. An fünfter Stelle figuriert der Alkohol! Vermutlich ist dies für die Gutmenschen, welche zurzeit die Raucher zum letzten Abschaum dieser Gesellschaft stempeln, eine Zwickmühle. Wo mit einem Gläschen auf qualmfreie Beizen angestossen wurde, hoffen wir, es sei bei dem einen Gläschen geblieben. Jedes dritte Glas gilt als Alkoholmissbrauch. Und Champagner gibt zudem CO2 ab.

Raucher können hingegen aufatmen: Tabak steht erst an neunter Stelle. Zwischen Alkohol und Tabak liegt nämlich der Missbrauch des Narkotikums Ketamin, jener des Tranquilizers Benzodiazepin und schliesslich jener von Speed (Amphetamin).

Für brave Drogenpolitiker beginnt ab hier das Problem, weil erst zwei Plätze weiter unten, sozusagen im harmlosen Bereich, Cannabis aufgelistet ist. Genau das predigen in diesem Land die Kiffer längst ihren Eltern: Haschen sei im Vergleich zu Tabak und Alkohol harmlos! Wem Marihuana trotzdem zu riskant ist, der kann gemäss Experten zu harmloserem Stoff greifen: drei Plätze weiter unten steht LSD und erst auf Platz 18 dann Ecstasy. Mit anderen Worten, diese Liste ist eine Herausforderung für alle, die den Kindermädchenstaat einführen möchten…

Quelle/Gesamter Text: - http://www.sackstark.info/?p=1209


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 Betreff des Beitrags: Cannabis gegen Superbugs
Verfasst: 26. September 2008 06:06 
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26. September 2008

von Mathias Bröckers


Es steht eigentlich schon alles in unserem Buch “Hanf”, das ich mit Jack Herer vor 15 Jahren herausgegeben habe - derzeit nicht lieferbar, aber demnächst in der 41. Auflage - aber die Mühlen der Wissenschaft mahlen langsam und die Prohibition tut ihr übriges, um die Renaissance des Hanfs aufzuhalten. Jetzt haben Forscher in Italien und England (wieder-)entdeckt, dass Cannabinoide konventionellen Antibiotika überlegen sind, vor allem wenn es um die Bekämpfung multiresistenter Bakterien, sogenannter “Superbugs”, geht.

Aus diesem Anlaß im folgenden noch einige Infos über Cannabinoide, die Prof. Robert Melamede, Leiter des Biologie-Departments der Universiät Colorado, zusammengestellt hat.

1) Cannabinoide kommen in jedem lebenden höheren Tier über der Stufe von Polypen und Molluskeln vor, mit Ausnahme der Insekten. Das Cannabinoid-System hält die Körper im homöostatischen Gleichgewicht.

2) Mütter geben ihren Babys eine Ladung Cannabinoide mit der Muttermilch um ihnen Heißhunger zu verschaffen - damit sie das Essen lernen. (Weil sie durch die Nabelschnur gefüttert wurden, können Babys das nicht)

3) Mäuse ohne einen CB1- Cannabinoid-Rezeptor mögen keinerlei Veränderung. Wenn sie in eine andere Ecke des Käfigs gesetzt werden, regen sie sich auf, wenn man sie an den alten Punkt zurücksetzt entspannen sie - um sich wieder zu erregen, wenn man sie umsetzt. Kommentar: Ich frage mich ob manche Leute, besonders „Drogenkrieger“, vielleicht auch einen blockierten CB-1-Rezeptor haben und sich deshalb jeder Veränderung widersetzen - während Leute wie wir, mit einem unblockierten CB-1-Rezeptor, die Vorteile genießen, viel entspannter sind und keine Angst vor Veränderungen haben. Ein interessanter Gedanke - und erstaunlicherweise absolut korrekt: Die Gehirne vieler Menschen sind nicht fähig gute CB-1 /CB-2 -Verbindungen herzustellen.

4) Alle neuen Spezies benutzen Cannabinoide

5) Durch ihr Lebendigsein und das Atmen von Luft produzieren unsere Körper „freie Radikale“. Cannabinoide helfen, dies rückgängig zu machen.

6) Cannabinoide töten Gehirnzellen, aber die Zellen, die sie töten werden „Glioma“ genannt, es sind die Tumorzellen bei Gehirnkrebs. Alle anderen Gehirnzellen werden von Cannabinoiden geschützt und geheilt.

7) Cannabinoide schützen gegen Sonnenbrand und Hautkrebs wegen der CB-1-Rezeptoren in unserer Haut.

8) Cannabinoide verlangsamen den Alterungsprozess. Mäuse, deren Gehirn auf Cannabinoide reagiert leben länger als solche, deren CB-1-Rezeptor blockiert wurde.

9) Die Aktivitäten in den evolutionäre fortgeschrittenen Bereichen des Gehirns beruhen auf Cannabinoid-Rezeptoren und fördern höhere Ebenen des Bewußtseins.

10) Cannabinoide wurden sogar in weißen Blutkörperchen gefunden (CB-2-Rezeptoren). Diese CB-2-Rezeptoren wurden vorwiegend in immunologischen Zellen gefunden, die den Wechsel des Immunsystems in den „Anti-Entzündungs“-Zustand regulieren.

11) Cannabinoide schützen das Herz vor Arhytmie

12) Ihre Art gegen Schmerzen zu helfen betrifft die speziellen Nerven der Schmerzübertragung. Sie werden Vanilloid-Rezeptoren genannt. Die Anandamide, der vom Körper selbst produzierte Marihuana-Wirkstoff, verbinden sich mit den Nervenenden und reduzieren den Schmerz. Anandamide werden von Körper als Antwort auf eine Reihe von Zuständen produziert. Zum Beispiel verhindert Aspirin den Abbau von Anandamiden und hilft deshalb gegen Schmerzen. Wie viele alte Damen, die sagen , dass sie „niemals“ Marihuana konsumieren würden, nutzen das körpereigene Äquivalent ohne das überhaupt zu wissen ?

13) In den meisten fällen von Krankheiten des Auto-Immunsystems produzieren die Immunzellen des Körpers „freie Radikale“, die den eigenen Körper wie ein fremdes Objekt angreifen. Cannabis bringt das Immunsystem in den entzündungshemmenden Zustand und hilft, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen - und so das Leben zu verlängern.

14) Der Wirkstoff von Marihuana besteht nicht nur aus THC, sondern auch aus dem nicht-psychoaktiven Cannabidiol (CBD). Der Mechanismus ist noch nicht genau erforscht, klar ist jedoch, dass Hanf mit hohem CBD-Gehalt das psychoaktive „High“ des THC zunichte macht.

15) Außer sich an die Rezeptoren in den höheren Bereichen des Gehirns anzuhängen wirken Cannabinoide noch in vielen anderen Teilen des Körpers - sie wirken auf die Haut und viele andere Stellen ein.

16) Pharmazeutische Firmen arbeiten an der Synthetisierung verschiedener Cannabinoid-Komponenten und neuen Sorten von Marihuana. Wenn sie erfolgreich sind, werden wir eine größere Wahl haben, welche Cannabinoide welchen Bereichen des Körpers am besten nutzen.

17) Wegen der Lokalisierung von CB-1/CB-2 als Hauptrezeptoren des Gehirns scheint es der natürliche Weg der Menschheit, mehr „stoned“ zu sein.

18) Drogenkrieger tun, was sie tun, nicht weil sie absichtlich böse sind, sondern eher, weil sie noch primitiv sind („Stumpfsinnig“ könnte man sagen). Sie schauen voll Angst und Feindlichkeit auf die Welt und nicht kooperativ und verständnisvoll.

19) Laut einer Studie über die Gehirnfunktion von 150 depressiven Patienten schützt Cannabis vor dem Absterben gesunder Zellen und schützt die Nerven.

20) Cannabinoide erweitern die Bronchien und helfen Asthmapatienten zu atmen. Wegen der Balance, die unser Körper aufrechterhält, kann es aber auch Gelegenheiten geben, wo sie entgegengesetzt wirken, weil der Tod möglich ist, wenn zuviel geraucht wird.

21) Cannabinoide kontrollieren wie wir die Zukunft sehen. Wenn du mit schlechten Erfahrungen erfüllt bist, hast du Angst vor der Zukunft. Mit reichlich Cannabinoiden dagegen willst du in der Zukunft sein. Unfähigkeit zur Veränderung gegen freudige Begrüßung der Zukunft und des Wechsels.

22) Cannabinoide können vor verschiedene Krebsarten schützen - sie könnten in der Zukunft auch dazu beitragen, Krebs zu heilen. Sie haben eine Methode entwickelt, die schlechten Zellen zu töten und die guten zu schützen.

23) Cannabinoide lindern Leberkrankheiten und unkontrollierbaren Juckreiz. Sie wirken ebenso gegen Schlaflosigkeit und Depression - und das seit 600 Millionen Jahren.

24) THC in geringer Dosierung mindert Angst, während hohe Dosierung Ängste fördern kann. Das Rauchen von Marihuana kann Angst mindern. Oral eingenommen verändert sich Delta-9-THC beim ersten Durchgang in der Leber zu Delta-11-THC, das fünfmal höhere psychoaktive und sehr viel längere Wirkung hat.

25) Cannabis schützt Nervenzellen vor dem Absterben und schützt deshalb auch vor Alzheimer.

26) Kopfverletzungen verursachen verstärkte Produktion von körpereigenen Cannabinoiden, mit denen der Körper sich schützt; auch vor Nervengas schützt sich der Körper mit Cannabinoiden. Cannabinoide regen die Aktivierung eines speziellen Gens an. Dies ist unter anderem an einem Modellorganismus, einem einfachen Wurm, erforscht worden. Dieser Würmer haben ein sehr einfaches Nervensystem und es stellte sich heraus, dass die beteiligten Moleküle den sogenannten „transcription factor“ regulieren, der die Gene „einschaltet“. Wenn der Ausdruck dieses bestimmten Gens aktiviert wird, wird die Lebensdauer der Würmer verlängert. Dies haben wir schon bei den Mäusen gesehen. Weil Marihuana „freie Radikale“ zerstört, leben Menschen, die Cannabis benutzen, länger und sehen jünger aus. Marihuana fördert die Gesundheit durch seine Wirkung auf Nervenzellen, indem es das Immunsystem im Gleichgewicht hält und die Fettablagerungen im Herz-Kreislaufsystem mindert.

27) Neue Forschungen haben gezeigt, dass das Argument, Cannabis müsse illegal bleiben, weil es „Krebs erzeugt“, nicht länger Gültigkeit hat. In der Kehle gibt es Nikotin-Rezeptoren, aber keine Cannabinoid-Rezeptoren. Zellen haben ein biochemisches Programm das „Apoptosis“ genannt wird; es wird aktiviert, wenn Zellen schon zu sehr zerstört sind, um sich selbst zu reparieren - sie begehen Selbstmord. Dies wird auf biochemischen Wege kontrolliert. Nikotin aber aktiviert einen Pfad, der die Zellen am Sterben hindert. Irgendetwas zu Rauchen bringt immer Carcinogene in die Atemwege und das Herz-Kreislaufsystem. Zellen, die vom Rauch zerstört sind sterben ab -und das soll auch geschehen, sie sterben bevor sie zu Krebszellen werden.

28) Dass Cannabinoide schmerzlindernd wirken, ist lange bekannt. Doch erst seit kurzem kennen wir auch die molekularen Mechanismen des Schmerzes und des Cannabinoid-Systems. Wir wissen jetzt, dass es Überschneidungen zwischen dem Cannabinoid-System und dem körpereigenen Opiat-System, den Endorphinen, gibt - und dass sie sich gegenseitig verstärken. So können Menschen, die zur Schmerzbekämpfung auf Morphin angewiesen sind, die Dosierung um 50% senken, wenn sie Cannabinoide benutzen.

29) In jedem einzelnen System unseres Körpers - Nervensystem, Verdauungssystem, Reproduktionssystm, Immunsystem - sind Cannabinoide involviert, um das aufrecht zu erhalten, was wir homöostatische Balance - Gleichgewicht - nennen. Es ist ein biochemisches Netzwerk, das alles in unserem Körper beeinflußt - und auch unseren Geist. Aber wenn das Ganze stets mehr als die Summe seiner Teile ist, was ist dann das größere Ganze des Cannabinoid-Systems ? Wenn wir sehen, wie Cannabinoide das Ernährungs,- Verdauungs,- und Immunsystem regulieren, was ist dann die Wirkung auf den Geist ? Meiner Meinung nach erweitern sie unseren Geist, befreien uns davon, auf einer Spur des Denkens gefesselt zu sein und dies ist genau die Art des Denkens, die wir brauchen wenn wir uns in Richtung Zukunft bewegen, die immer aus Unbekanntem besteht. Das Cannabinoid-System gibt die Möglichkeit, uns auf friedliche und freundliche Art auf Veränderungen einzustellen und dafür offen zu sein. Das Cannabinoid-System ist ein holistisches Gesundheitsprogramm. Das Gleichgewicht für eine optimale Gesundheit beruht auf dem Cannabinoid-System. Deshalb sollte Cannabis überall erhältlich sein und angemessen benutzt werden.

Quelle/Gesamter Text: - http://www.zweitausendeins.de/writersbl ... =2008&CT=1


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Verfasst: 19. Oktober 2009 22:02 
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Die Regierung Bush verlangte noch die Verhaftung aller Marihuana-Konsumenten. Obama erlaubt nun die Droge aus medizinischen Gründen.

Die amerikanische Regierung beendet die rechtliche Unsicherheit beim Marihuana-Konsum aus medizinischen Gründen, der in 14 US-Staaten zugelassen ist. In diesen Fällen soll es künftig keine Strafverfolgung nach Bundesrecht mehr geben, wie das Justizministerium in Washington am Montag mitteilte. Es sei nicht Aufgabe der Bundesbehörden, Patienten mit schweren Krankheiten zu verfolgen, sagte Justizminister Eric Holder.

Damit müssen Cannabis-Konsumenten nicht länger mit einer Verhaftung aufgrund von Bundesgesetzen rechnen, solange sie die Voraussetzung für die Zulassung aus gesundheitlichen Gründen erfüllen. Solche Regelungen gibt es bislang in 14 der 50 US-Staaten, darunter an der Westküste von Kalifornien über Oregon bis Washington. Vor allem in Kalifornien bieten inzwischen Firmen Angebote für Marihuana-Konsumenten an, die einen ärztlichen Dispens vorzeigen können.

Kein Verkauf an Minderjährige

Die Regierung von Expräsident George W. Bush hatte diese einzelstaatlichen Gesetze nicht anerkannt und die Verhaftung aller Marihuana-Konsumenten nach Bundesrecht verlangt. Jetzt schickte das Justizministerium Richtlinien an die Staatsanwälte in den 14 US-Staaten, wie sie sich in solchen Fällen verhalten sollen.

Dazu gehört auch die Aufforderung, in denjenigen Fällen auf eine Strafverfolgung zu verzichten, in denen es eine einzelstaatliche Rechtsgrundlage für das Rauchen von Marihuana gibt. Dies soll ausdrücklich nicht gelten, wenn das Rauschgift an Minderjährige verkauft wird oder wenn es beim Kauf von Marihuana zu Geldwäsche oder zu Verstössen gegen die Waffengesetze kommt.

Quelle: - ap - 19.10.2009 - www.20min.ch/news/ausland/story/10999247


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Verfasst: 18. April 2010 19:16 
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Cannabis-Extrakte können eine überaktive Blase bessern. Mediziner der Universitätsklinik München zeigten in einer Studie mit synthetischen Cannabinoiden, warum Hanfpräparate ständigen Harndrang und Inkontinenz lindern.

HB MÜNCHEN. Elf Prozent der Männer und 13 Prozent der Frauen leiden in Deutschland an einer überaktiven Blase. Zwar können bestimmte Medikamente die Muskulatur der Harnblase entspannen. Aber diese Präparate haben gravierende Nebenwirkungen wie etwa Mundtrockenheit oder Verwirrtheit. Zudem ist die langfristige Wirksamkeit dieser Substanzen begrenzt.

Dass Hanfextrakte bei Menschen mit Multipler Sklerose Harndrang und Inkontinenz bessern, wurde erst kürzlich nachgewiesen. Den Mechanismus hinter diesem Effekt ermittelten nun Urologen aus München mit einem synthetischen Cannabis-Stoff. Das Mittel wirkt auf eine bestimmte Gruppe von Cannabinoid-Rezeptoren in der Schleimhaut der Harnblase. Bei Ratten senkte der Stoff die Frequenz des Wasserlassens und erhöht das Blasenvolumen, wie die Forscher in der Zeitschrift "European Urology" schreiben. Damit könnten synthetische Cannabis-Stoffe eine neuartige Therapie zur Behandlung der überaktiven Blase ermöglichen.

Quelle: - 16.4.2010 - www.handelsblatt.com/technologie/medizi ... se;2563301


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Verfasst: 19. Juni 2010 16:06 
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Das Zürcher Stadtparlament will Hanfkonsum und staatlich kontrollierten Cannabis-Verkauf legalisieren. Das Modell stösst in Basel auf Interesse.

Noch ist es eine Idee: Basel könnte mit Zürich zusammenspannen und ein wissenschaftlich begleitetes Pilotprojekt zur staatlich kontrollierten Cannabis-Abgabe lancieren. Kiffen und Hanf-Biscuits sollen legal werden. Am Mittwochabend hat sich Zürich dazu durchgerungen, ein wissenschaftlich begleitetes Pilotprojekt anzustreben.

Basler Politiker finden die Idee lobenswert. André Weissen, CVP-Fraktionschef: «Es wäre sinnvoll, wenn Basel sich dem Zürcher Projekt anschliessen würde. Der Staat muss aufhören mit seiner repressiven Tour.» Und SP-Präsident Martin Lüchinger sagt: «Die beiden Städte sind durchaus vergleichbar, und eine Zusammenarbeit bietet sich an.» Der Präsident der Grünliberalen, David Wüest-Rudin hat den Zürcher Vorstoss mit Interesse verfolgt. Wüest: «Ich kann mir gut vorstellen, dass meine Partei das Anliegen, Basel solle mit Zürich zusammen ein solches Projekt aufgleisen, unterstützen wird.»

Ein Drittel konsumiert

Die Initianten der neuen Legalisierungsbewegung nehmen das Interesse aus Basel gerne zur Kenntnis. Matthias Probst von den Zürcher Grünen sagt: «Je mehr Städte bei dem Pilotprojekt mitmachen, umso effektiver die Signalwirkung an die Bundesbehörden. Ausserdem hätten die wissenschaftlichen Daten dann mehr Aussagekraft.»

Rund ein Drittel der 15- bis 34-jährigen Basler hat mindestens einmal im Leben mit berauschendem Hanf Erfahrungen gemacht. «Es ist eine Tatsache, dass Cannabis konsumiert wird. Die momentane Gesetzeslage halte ich für vollkommen unverhältnismässig», sagt Jürg Stöcklin, Präsident der Basler Grünen. EVP-Präsident Leonhard Müller erachtet eine kontrollierte Abgabe für die bessere Lösung als den «Wildwuchs» von heute. «Zudem sehe ich das Geld, das für Cannabis ausgegeben wird, lieber in der Staatskasse.» Müller findet es bedenklich, dass sich in der Schweiz mafiaähnliche Kreise über den illegalen Verkauf einer alten Nutzpflanze finanzieren können.

Diskussion

Selbst unter bürgerlichen Politikern, die bisher in Sachen Marihuana mehr auf die Prohibition nach US-amerikanischem Vorbild setzten, sieht man Handlungsbedarf. «Den Ist-Zustand der Kriminalisierung erachte ich als untragbar. Wir sollten tatsächlich darüber diskutieren», sagt der Basler FDP-Präsident Daniel Stolz.

SVP-Präsident Sebastian Frehner lehnt dagegen die kontrollierte Abgabe ab und möchte das Thema gar nicht erst aufnehmen. «Cannabis ist ein Einstieg zu harten Drogen», sagt er. Thomas Steffen, Leiter Bereich Gesundheitsdienste Basel-Stadt, sagt dazu: «Diese Theorie ist wissenschaftlich widerlegt.» Thomas de Courten, Präsident der landrätlichen Gesundheitskommission und Baselbieter SVP-Politiker, sieht in einem solchen Pilotprojekt einen Widerspruch zu den staatlichen Präventionsprogrammen. Für ihn ist es «unvorstellbar, dass sich die Obrigkeit als Drogendealer etabliert». Dass die Befürworter von Cannabis einen neuen Anlauf nehmen, verwundert Thomas Steffen wenig. «Die Diskussion um die Liberalisierung ist ein noch nicht abgeschlossener, gesellschaftlicher Prozess», sagt er.

Keine Werbung

Die von der BaZ befragten Politiker sind sich einig: Niemand will zurück zur unübersichtlichen Situation von 2003. Damals verkauften Hanfläden unkontrolliert Cannabis und kümmerten sich kaum um den Jugendschutz. In Zürich ist denn auch von einem Schalter die Rede, wo Konsumenten die Hanfblüten kaufen könnten. Thomas Steffen: «Diese Verkaufsstellen dürfen nicht attraktiv sein.» Keine Werbung. Keine Nebenverkäufe, wie dies in Hanfläden üblich ist. Vorbild könnte eine ebenso strikte Kontrolle durch den Bund wie beispielsweise bei Herstellung, Vertrieb und Verkauf von Schnaps sein.

Damit das Pilotprojekt überhaupt Chancen hätte, müsste es dem Jugendschutz kompromisslos Rechnung tragen. Thomas Steffen: «Ein Verkauf durch ausschliesslich geschultes Personal wäre sinnvoll, zudem die strikte Überprüfung des Mindestalters von 18 Jahren und eine Abgabe von beschränkten Mengen zu hohen Preisen.» Mit diesen Regeln könne verhindert werden, dass es zu Zuständen wie beim Alkohol und Tabak komme, bei denen die an sich genügend restriktiven Massnahmen in der Praxis oft zu lasch gehandhabt würden.

Das Zürcher Modell ist nichts Neues. Bereits Anfang der 1990er-Jahre gab es Vorstösse, um den Cannabis-Konsum sowie den Anbau für Eigenbedarf zu legalisieren und eine staatlich kontrollierte Abgabe zu organisieren.

Quelle: - 19.6.2010 - http://bazonline.ch/basel/stadt/Neuer-A ... y/30420821


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Verfasst: 25. Juni 2010 18:39 
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Im November könnte Kalifornien Haschisch und Marihuana freigeben - Eine ganze Industrie bereitet sich auf den Tag X vor

Im dunklen Hinterzimmer des Café "Bulldog" in Oakland sitzen drei Mittzwanziger rund um einen der beiden engen Tische und lassen eine kleine, mit Marihuana gefüllte Pfeife kreisen. "Hey, keine Fotos hier", herrscht Salwa Ibrahim, die neuerdings Touristen durch den boomenden Kifferbezirk der kalifornischen Hafenstadt führt, ihr Grüppchen an: "Die Patienten sollen in Ruhe ihre Medizin konsumieren können."

Schenkt man den Meinungsforschern Glauben, könnten Cannabis-Aktivistin Ibrahim und ihresgleichen die eigentümliche Sprachregelung schon bald ad acta legen. Anfang November stimmen die Kalifornier über die Freigabe von Cannabis für Erwachsene ab. Kalifornien, der größte US-Bundesstaat, war 1913 der erste, in dem Cannabis per Gesetz verboten wurde. Nun rufen Befürworter der Legalisierung zur Reconquista.

Wo seit 1996 zu medizinischen Zwecken Haschisch und Marihuana geraucht werden darf, könnte bald schon ein milliardenschweres Cannabis-Business Marke "Oaksterdam" seinen Ausgang nehmen.

Medizinisches Cannabis mittels "Patient ID"

Schon heute wird nicht nur im Hinterzimmer des "Bulldog" an Joint und Bong gezogen. Eine halbe Million Kalifornier sind aktuell in Besitz einer so genannten Patient ID, mit der sie in hunderten so genannten "Dispensaries", ähnlich den Amsterdamer Coffeeshops, Marihuana und Haschisch in mannigfaltigen Stärke- und Qualitätsgraden kaufen können.

1.000 Patienten pro Tag

Gleich ums Eck vom "Bulldog" befindet sich die umsatzstärkste Cannabis-Abgabestelle Oaklands, ein kleiner Kiosk namens "Blue Sky". Vor der gläsernen Pforte fragt ein Türsteher die Kundschaft nach ihren Ausweisen. Mehr als 1.000 patients gehen hier Tag für Tag ein und aus.

Obwohl die Regelung ursprünglich vor allem für Krebs- und Aidskranke gedacht war, ist dafür heute lediglich ein ärztliches Attest nötig, das eines von acht Leiden, darunter Schlafschwierigkeiten und Rückenschmerzen, bescheinigt. In 13 anderen Staaten, vor allem an der US-Westküste, sowie in der Hauptstadt Washington geht man ähnlich mit so genanntem medizinischem Cannabis um. "Unser Ziel ist die komplette Legalisierung in den ganzen USA, damit nicht nur Kranke ohne Angst vor Strafe konsumieren können, sondern alle Erwachsenen", sagt Salwa Ibrahim.

Meinungsforscher sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen voraus. Einer Ende Mai veröffentlichten Umfrage des Public Policy Institute of California zufolge sind derzeit 49 Prozent der Befragten für die international beispiellose Legalisierung, 48 Prozent sind dagegen. Bei den 18- bis 34-Jährigen sind es laut einer Survey USA-Umfrage vom April sogar 75 Prozent, die mit "Ja" stimmen wollen.

It's the economy, stupid

Laut Experten kommt dieser Umschwung nicht von ungefähr, sondern ist eine direkte Folge des Budgetdefizits, das Kalifornien angestaut hat. Entsprechend offensiv propagiert das "Pro"-Lager die Besteuerung von Marihuana und Haschisch. Staatliche Schätzungen sprechen von mindestens 1,38 Milliarden Dollar an Gewerbesteuer, die Jahr für Jahr aus Kifferhand in Kaliforniens klammen Staatssäckel fließen könnten. Dazu kommen laut Beobachtern enorme Einsparungen, die sich aus dem Ende der Cannabis-Prohibition für den Justiz- und Polizeiapparat ergeben.

Im Gegensatz zu den beiden großen Parteien unterstützen die Gewerkschaften die Legalisierungskampagne schon jetzt. "Wir rechnen mit zehntausenden neuen und nachhaltigen Jobs, die so entstehen können", sagt Dale Clare im Gespräch mit derStandard.at. Clare ist Vizechefin der Oaksterdam University (OU), die maßgeblich hinter der Legalisierungskampagne steckt und seit drei Jahren an insgesamt 11.000 Menschen Diplome in angewandtem Cannabisanbau und -handel ausgestellt hat.

Legalisierungspionier Lee

OU-Gründer Richard Lee, 47, gilt als Pionier der US-Legalisierungskampagne. Der Ex-Aerosmith-Roadie sitzt seit einem Arbeitsunfall vor zwanzig Jahren im Rollstuhl. Er nutzt Marihuana bis heute als Schmerzmittel. Und will mit seiner Arbeit erreichen, "dass sich die Polizei wieder auf Gewalttäter konzentrieren kann, statt auf Cannabiskonsumenten".

Unsinn, meinen Kritiker wie John Lovell, der im Namen einer Polizistengewerkschaft Stimmung gegen die Legalisierung macht. "Was kommt als Nächstes, Kokain?" Studien, die den Anstieg von Drogenkonsum in Gebieten mit liberalen Gesetzen widerlegen, nimmt Lovell im Interview mit dem Radiosender NPR nicht ernst. "Immer wenn man den Erwerb eines Produkts einfacher macht, steigert das den Verkauf."

Schlüsselindustrie der Zukunft

Nicht dass in Oakland das viele stören würde. Tatsächlich betrachtet so mancher die Ausbildung zum Cannabisconnoisseur als Fuß in der Tür einer künftigen Schlüsselindustrie. Und die Studiengebühren an der OU - ein Semester kostet 650 Dollar - als Investition in eine vielversprechende Zukunft.

Gianni zum Beispiel. Der 21-Jährige, raspelkurzes Haar, das grasgrüne Poloshirt penibel in die beige Stoffhose gesteckt, sieht so gar nicht aus, wie man sich einen Drogenzüchter landläufig vorstellt. Seit Jänner besucht er regelmäßig Vorlesungen an der OU: "Ich habe zuhause in Puerto Rico im Fernsehen davon erfahren und erst nicht geglaubt, dass es so etwas wirklich gibt", erzählt er.

Jetzt hofft er auf ein "Ja" der Wähler am 2. November. "Kalifornien muss dem Rest des Landes zeigen, wie es geht. Diese Industrie könnte richtig bedeutsam werden."

Quelle: - 25.6.2010 - http://derstandard.at/1276413692186/Rep ... ossen-Geld


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Verfasst: 21. Juli 2010 22:27 
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Im chronisch klammen US-Staat Kalifornien will die Stadt Oakland Marihuana-Fabriken für medizinische Zwecke erlauben.

Ein Unternehmen stellte Jobs für 400 Arbeiter und dem Fiskus Steuereinnahmen über 1,5 Millionen Dollar in Aussicht.

Der Stadtrat habe das Projekt am Dienstag (Ortszeit) mit fünf zu zwei Stimmen gebilligt, berichteten US-Medien. Eine weitere Abstimmung in der Stadt östlich von San Francisco stehe noch aus.

Das Unternehmen will gemäss den Angaben auf der Fläche von beinahe zwei Fussballfeldern in leerstehenden Hallen und unter künstlichem Licht den Hanf anbauen. Ziel sei die Produktion von 26 Kilogramm Marihuana pro Tag, allerdings nur für medizinische Zwecke.

Die finanzschwache Stadt verlange, dass die Firma jährlich eine Gebühr von 211'000 Dollar zahle, um eine Aufsichtsbehörde zu finanzieren. In Kalifornien steht im November eine Abstimmung über die Legalisierung von Marihuana an.

Bislang ist es dort lediglich erlaubt, dass Einzelpersonen Hanf für den persönlichen Gebrauch anbauen, wenn sie dafür ein ärztliches Rezept haben. Nach dem Bundesgesetz ist Marihuana nach wie vor illegal. Die US-Drogenpolizei DEA könnte die Fabriken durchsuchen, die Arbeiter festnehmen und die Produktion beschlagnahmen.

Quelle: - sda - 21.7.2010 - www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/ ... d-23852465


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Verfasst: 5. Juli 2017 13:45 
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