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 Betreff des Beitrags: Als das Gold aus dem Geld verschwand
Verfasst: 9. August 2011 23:45 
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Ende des Goldstandards
Als das Gold aus dem Geld verschwand


Vor 40 Jahren veränderte US-Präsident Nixon das globale Währungssystem. Er löste die Golddeckung des US-Dollars auf

Wien - Als Richard Nixon am 15. August 1971 eine TV-Ansprache hielt, waren viele US-Amerikaner enttäuscht. Denn der US-Präsident sorgte für eine Verschiebung der populären TV-Serie Bonanza. Er nutzte die beste Sendezeit am Sonntagabend, um eine wirtschaftspolitische Bombe platzen zu lassen: das Ende des bis dato geltenden Währungssystems.

Präsident Nixon vollführte am 15. August 1971 eine Kehrtwende in der globalen Wirtschaftspolitik. "Ich habe Minister Connally angewiesen, die Konvertibilität des Dollars in Gold temporär auszusetzen", sagte Nixon im TV. Finanzminister John Connally tat wie ihm befohlen. Doch statt der kurzfristigen Aussetzung des Goldstandards beendete die sonntägliche Fernsehansprache Nixons die jahrhundertelange Tradition des Geldwesens, sich auf den Goldpreis (oder ein anderes Edelmetall) zu beziehen. Er löste die Golddeckung des US-Dollars. Bis dahin konnte man 35 US-Dollar in eine Feinunze Gold konvertierten. Damit war das Bretton-Woods-System der fixen Wechselkurse de facto beendet. Diese Variante des Goldstandards wurde 1944, federführend von den USA und England, geschaffen, und führte fixe Wechselkurse im Verhältnis zum Dollar ein. Die US-Währung konnte in Gold getauscht werden.

Die US-Wirtschaft hatte bis 1971 ein Zwillingsdefizit angehäuft, einen negativen Zahlungsbilanz- und Budgetsaldo. Die Ausgaben sind gerade durch den Vietnamkrieg ausgeweitet worden. Die Inflation stieg als Folge auf über fünf Prozent an, die US-Notenbank lockerte die Geldpolitik merklich. Gerade europäische Wirtschaftspolitiker beschwerten sich über die lockere Politik, die die Teuerungsraten auch außerhalb der USA steigen ließen.

Nach Nixon die Inflation

Doch gerade nach dem "Nixon-Schock" vom 15. August 1971 zog die Inflationsrate weltweit an. In Österreich etwa erreichte die Jahresteuerungsrate nach dem ersten Ölschock 1974 den höchsten Stand seit der Unabhängigkeit 1955, nämlich 9,5 Prozent. Auf die gesamte Phase nach dem Kollaps des Bretton-Woods-Systems gerechnet, steigerte sich die durchschnittliche Inflationsrate jedoch "nur" auf 3,5 Prozent jährlich.

Für Wirtschaftsforscher hatte der Wandel vom Goldstandard hin zu einem flexiblen Wechselkurssystem profunde Auswirkungen. Laut Michael Bordo, Ökonomieprofessor an der Rutgers University, habe der Goldstandard vielleicht einige Probleme gehabt, aber "hartnäckig hohe Inflation war keines davon". In der klassischen Phase des Goldstandards, zwischen 1880 und 1914, als die meisten großen Volkswirtschaften ihre Währungen an das Edelmetall gebunden hatten, erhöhten sich die Konsumentenpreise in den USA nur um 0,1 Prozent pro Jahr. In den vergangenen 34 Jahren waren es hingegen jährlich 3,9 Prozent.

Gold als sicherer Hafen

Die jüngsten Preissteigerungen bei Gold haben nicht nur das Interesse von Investoren, sondern auch von Wirtschaftspolitikern auf sich gezogen. Seit 1973, dem formalen Ende des Bretton-Woods-Systems, verteuerte sich der Goldpreis von 100 Dollar je Feinunze auf heute über 1735 Dollar. Im vergangenen November forderte etwa der Chef der Weltbank, Robert Zoellick, dass die Regierungen der G-20 ein Währungssystem schaffen sollten, "das Gold als einen internationalen Referenzwert für Markterwartungen zu Inflation, Deflation und zukünftige Währungskurse" heranzieht. Zentralbanken, insbesondere jene aus Schwellenländern, sind zudem seit dem Finanzcrash 2008 verstärkt als Käufer von dem Edelmetall aufgetreten, um ihre Währungsreserven unabhängiger vom US-Dollar zu machen.

Quelle: - 09. August 2011 - http://derstandard.at/1311803082920/End ... verschwand


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